Worum es geht.
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen unter Senator Christian Gaebler (SPD) will im „Dreieck Späthsfelde“ in Treptow-Köpenick ein neues Stadtquartier bauen. Die vorbereitenden Untersuchungen laufen seit 2023 und sollen Ende 2027 abgeschlossen sein, fertig wäre das Quartier erst um 20401. Die Wohnungszahl schrumpfte mit jeder Runde: 2.000 bis 4.000 nannte der BUND im Juli 20252, bis zu 4.000 waren es im Oktober 2025, danach 3.6003. Seit dem Kleingartensicherungsgesetz vom März 2026 bleiben rund 300 Parzellen erhalten3 – geplant sind seither bis zu 2.500 Wohnungen für etwa 5.000 Menschen plus rund 12 Hektar Gewerbe4. Damit verlagert sich die Bebauung auf die Flächen der historischen Späth'schen Baumschulen3. Ein Konzeptverfahren mit drei Planungsteams entschied Christoph Kohl Stadtplaner Architekten für sich; die Ergebnisse lagen vom 14. bis 21. November 2025 öffentlich aus1.
Im Bezirk arbeitet dieselbe Partei dagegen. Die Zählgemeinschaft aus Grünen, SPD und Linke hält in ihrer Ergänzungsvereinbarung zur Kooperationsvereinbarung fest: „Der Bezirk strebt derzeit in Späthsfelde keine Wohnbebauung an.“5 Schon 2023 hatte das Bündnis den Erhalt der Kleingärten und Biotope festgeschrieben6. Bezirksstadträtin Claudia Leistner (Grüne) erklärte am 14. Oktober 2025, der Bezirk werde dort keinen Wohnungsbau unterstützen: Späthstraße und Baumschulenstraße seien bereits stark belastet, eine mobilitätsgesetzkonforme Anbindung nicht erkennbar7. Bei den Grünen widersprechen sich zwei eigene Beschlüsse: Am 8. Juli 2025 beschloss die Mitgliederversammlung, brachliegende Baumschulflächen als Ausgleichsflächen zu nutzen, „um Wohnungsbau im Bezirk weiterhin zu ermöglichen“8 – drei Monate später, am 13. Oktober 2025, erklärte der Kreisverband das Dreieck zum ungeeigneten Standort für mindestens 2.000 Wohnungen9.
In der BVV brachten Grüne, SPD und Linke gemeinsam zwei Beschlüsse durch: Drs. IX/1169 zum Erhalt der Kleingartenanlagen10 und Drs. IX/1302 für ein grünes Pufferband um die Baumschulen11. Die SPD-Fraktion warb am 26. November 2025 dafür, dass das Bezirksamt beim Senat auf den Vorrang der Kleingärten hinwirkt12, und legte in der BVV-Sitzung am 7. Januar 2026 mit Linken und Grünen nach13. Seit Juni 2026 bremst auch die CDU-Fraktion: Am 19. Juni forderte sie, die Baumschule zu schützen „statt weiter zuzubauen“14, am 26. Juni eine erneute Bürgerbeteiligung wegen grundlegender Planänderungen15.
Vom 7. Mai bis 8. Juni 2026 sammelte die Petition „Späth'sche Baumschulen muss grünes Zentrum bleiben“ 16.323 Unterschriften; laut Petitionsseite unterstützten sie auch Bezirksbürgermeister Oliver Igel und der Abgeordnete Lars Düsterhöft (beide SPD)16. Am 8. Juni besuchten Düsterhöft, Igel und Senator Gaebler gemeinsam die Baumschulen; der SPD-Kreisverband bekräftigte dabei die Forderung nach einem dauerhaften Grünen Band zwischen Baumschulen und möglicher Wohnbebauung17. Der SPD-Kreisvorstand beschloss am 17. Juni 2026 den dauerhaften Schutz der Baumschulen und ein Grünes Band18. Am 3. Juli 2026 einigten sich Gaebler, Igel und die Baumschulenleitung vor Ort: Kernbereich und Kulturnutzungen werden planungsrechtlich gesichert, ein grüner Puffer kommt – das Quartier mit rund 2.500 Wohnungen ebenso419.
Stand August 2026 besteht kein Baurecht, ein förmlicher Senatsbeschluss zum Quartier ist nicht belegt. Die vorbereitenden Untersuchungen laufen weiter bis Ende 20271.
Wer im Weg steht.
- Bezirksamt Treptow-KöpenickBehörde
- BUND BerlinUmwelt
- Petition 'Späth'sche Baumschulen muss grünes Zentrum bleiben'Bürgerinitiative
- Zählgemeinschaft Grüne, SPD und Linke (BVV Treptow-Köpenick)Partei
- CDU-Fraktion BVV Treptow-KöpenickPartei
Belege.
Die Ziffern im Text verweisen hierher. Jeder Beleg nennt Akteur, Datum und Art des Vorgangs. Wie belastbar die Belege insgesamt sind, steht unter der Liste — ein Beschluss oder Verwaltungsakt wiegt schwerer als eine Pressemitteilung, diese schwerer als eine Anfrage. Steht ein Parlamentsbeschluss dahinter, ist die Drucksache samt Beschlusslage verlinkt; „Archiv" führt auf eine gespeicherte Fassung der Quelle, falls das Original verschwindet.
- 1Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen2025-11-14sonstiges
Verfahrensstand: Vorbereitende Untersuchungen seit 2023 bis Ende 2027, Fertigstellung des Quartiers bis etwa 2040; Konzeptverfahren mit drei Planungsteams (Zuschlag an Christoph Kohl Stadtplaner Architekten), öffentliche Ausstellung 14.-21.11.2025.
- 2BUND Berlin2025-07-28pressemitteilung
BUND kritisiert Senatsplanungen für 2.000-4.000 Wohnungen auf ca. 100 ha; Kleingärten sollten entgegen der Zusage von Senator Gaebler (2024) in größerem Umfang weichen; Artenschutz (Knoblauchkröte), Verkehr und Hitze sprechen dagegen.
- 3Kleingartensicherungsgesetz (Land Berlin)2026-03-01sonstiges
Nach dem im März 2026 beschlossenen Kleingartensicherungsgesetz bleiben rund 300 Parzellen erhalten; die Zahl der Wohnungen sinkt von zuvor 3.600 auf bis zu 2.500, die Bebauung verlagert sich auf die Baumschulenflächen.
- 4Senator Christian Gaebler (SPD), Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen2026-07-03fordert Baupressemitteilung
Senat, Bezirk (Bürgermeister Oliver Igel) und Baumschulenleitung einigen sich vor Ort: ca. 2.500 Wohnungen für rund 5.000 Menschen plus ca. 12 ha Gewerbe; Baumschulen-Kernbereich und Kulturnutzungen werden planungsrechtlich gesichert, ein grüner Puffer wird angelegt.
- 5Zählgemeinschaft/Kooperation SPD, Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen Treptow-Köpenicksonstiges
Ergänzungsvereinbarung zur Kooperationsvereinbarung: 'Der Bezirk strebt derzeit in Späthsfelde keine Wohnbebauung an.'
- 6Zählgemeinschaft Grüne / SPD / Die Linke Treptow-Köpenick2023-03-16positionspapier
Die Ergänzungsvereinbarung der Zählgemeinschaft schreibt fest, dass die Kleingartenanlagen sowie Biotope und Verbundstrukturen in Späthsfelde erhalten werden.
- 7Bezirksstadträtin Claudia Leistner (Bündnis 90/Die Grünen)2025-10-14zitat-presse
Leistner: Der Bezirk werde keinen Wohnungsbau in Späthsfelde unterstützen; die Fläche solle stattdessen als Ausgleichsfläche dienen. Späthstraße und Baumschulenstraße seien schon heute stark belastet, eine mobilitätsgesetzkonforme Anbindung nicht erkennbar.
- 8Mitgliederversammlung Grüne Treptow-Köpenick2025-07-15positionspapier
Beschluss der Mitgliederversammlung vom 08.07.2025: brachliegende Baumschulflächen sollen als Ausgleichsflächen genutzt werden, 'um Wohnungsbau im Bezirk weiterhin zu ermöglichen'; Verkehrsprobleme gezielt beheben.
- 9Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen Treptow-Köpenick2025-10-13pressemitteilung
Der Kreisverband sieht im 'Dreieck Späthsfelde' keinen guten Standort für ein Wohngebiet mit mindestens 2.000 Wohnungen: Kaltluftschneise, Naherholung, erhebliche Verkehrsbelastung und Infrastrukturmängel.
- 10BVV Treptow-Köpenick (Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, SPD, Die Linke)bvv-beschluss
Drs. IX/1169 'Erhalt von Kleingartenanlagen bei der Entwicklung des Dreiecks Späthsfelde' - gemeinsamer Antrag von Grünen, SPD und Linke, von der BVV beschlossen (IX. Wahlperiode).
- 11BVV Treptow-Köpenick (Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, SPD, Die Linke)bvv-beschluss
Drs. IX/1302 'Sicherung der historischen Späth'schen Baumschulen - Errichtung eines grünen Pufferbandes zum Schutz eines kulturellen Identitätsortes' - gemeinsamer Antrag von Grünen, SPD und Linke.
- 12BVV-Fraktion SPD Treptow-Köpenick (gemeinsam mit Linke und Grünen)2025-11-26bvv-antrag
Antragstext: Das Bezirksamt soll gegenüber Senat und zuständigen Stellen darauf hinwirken, dass der Erhalt der bestehenden Kleingartenanlagen im Planungsgebiet 'Dreieck Späthsfelde' vorrangig berücksichtigt wird.
- 13BVV-Fraktion SPD Treptow-Köpenick (gemeinsam mit Linke und Grünen)2026-01-08bvv-antrag
Gemeinsamer Antrag von SPD, Linke und Grünen in der BVV-Sitzung vom 07.01.2026: der Senat soll den Erhalt der Kleingärten im 'Dreieck Späthsfelde' in seinen Planungen berücksichtigen.
- 14BVV-Fraktion CDU Treptow-Köpenick2026-06-19pressemitteilung
Setzt sich für den Erhalt der Späth'schen Baumschule als Naturraum und Berliner Geschichte ein - schützen 'statt weiter zubauen'.
- 15BVV-Fraktion CDU Treptow-Köpenick2026-06-26pressemitteilung
Fordert eine erneute Beteiligung der Anwohnerschaft, weil grundlegende Änderungen an den Planungen für das Späthsfelder Dreieck nicht an den Menschen vor Ort vorbeigeplant werden dürften; setzt sich für die Späth'sche Baumschule ein.
- 16Baumschule Späth / Holger Zahn (Petition)2026-06-08sonstiges
Petition 'Späth'sche Baumschulen muss grünes Zentrum bleiben. Keine Bebauung!' vom 07.05.2026 bis 08.06.2026, 16.323 Unterschriften, adressiert an Senat und Abgeordnetenhaus; laut Petitionsseite unterstützt u.a. von Bezirksbürgermeister Oliver Igel und dem Abgeordneten Lars Düsterhöft (beide SPD).
- 17SPD-Kreisverband Treptow-Köpenick (mit MdA Düsterhöft, BM Igel, Senator Gaebler)2026-06-08pressemitteilung
Ortstermin am 8. Juni: Der Abgeordnete Lars Düsterhöft besucht gemeinsam mit Bezirksbürgermeister Oliver Igel und Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler die Späth'schen Baumschulen. Der Kreisverband fordert ein dauerhaftes Grünes Band zwischen Baumschulen und möglicher Wohnbebauung; neue Quartiere müssten sich behutsam einfügen, Wohnungsbau und Erhalt zusammen gedacht werden.
- 18Kreisvorstand SPD Treptow-Köpenick2026-06-17positionspapier
Kreisvorstandsbeschluss zum dauerhaften Schutz der historischen Späth'schen Baumschulen und zur Entwicklung eines Grünen Bandes zwischen Traditionsstandort und künftigen Bauflächen - entzieht der Bebauung Fläche.
- 19SPD-Kreisverband Treptow-Köpenick2026-07-05fordert Baupressemitteilung
Begrüßt den vorgestellten Kompromiss für Späthsfelde, der das von der SPD geforderte dauerhafte Grüne Band zwischen Baumschulen und Wohnbebauung enthält; hält zugleich am Wohnungsbau fest.
8 von 19 Belegen sind Beschlüsse oder Verwaltungsakte · 2 Gegenpositionen für den Bau · Stand 2026-08-06