BLOCKIERTTempelhof-Schöneberg · Vorgang vom 20.01.2020

Luckeweg Marienfelde — Wohnungen stehen leer

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geplante Wohnungen, die nicht entstehen

Worum es geht.

Am Luckeweg in Berlin-Marienfelde stehen vier Wohnhäuser: Luckeweg 31, 33, 35 und 37 mit zusammen 48 Wohnungen1. Eigentümerin ist die Wohnungsgenossenschaft Beamten-Wohnungs-Verein zu Köpenick eG2. Sie will die Häuser abreißen und an ihrer Stelle das Vorhaben „Marienfelder Vielfalt“ bauen2 — rund 290 Neubauwohnungen zwischen Hildburghauser Straße und Luckeweg. Dafür braucht es einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan: 7-94 VE, zuständig ist das Stadtentwicklungsamt Tempelhof-Schöneberg3. Ein 2019 von der Genossenschaft selbst beauftragtes Sanierungsgutachten bezifferte die Kosten einer Instandsetzung des Bestands auf rund 1.400 Euro pro Quadratmeter, etwa die Hälfte der Neubaukosten; eine Alternativplanung hätte die 48 Wohnungen erhalten und 202 neue ergänzt1.

Das Bebauungsplanverfahren kam über den ersten Schritt nie hinaus. Vom 20. Januar bis 19. Februar 2020 lief die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung4. Seither dokumentiert das Bezirksamt keine einzige förmliche öffentliche Auslegung4. Am 30. August 2022 fragte Dr. Christine Scherzinger (DIE LINKE) in der BVV per Mündlicher Anfrage Nr. 18 nach dem Stand3. Die Antwort des Bezirksamts: Ein konkreter Zeitplan lasse sich nicht nennen, Gutachten würden noch vom Vorhabenträger erstellt und von der Stadtplanung geprüft3. Seitdem hat sich an dieser Auskunft nichts geändert.

Während der Neubau stillsteht, leert sich der Bestand. Die Genossenschaft vermietet frei werdende Wohnungen nicht wieder, obwohl sie laut BVV-Fraktion DIE LINKE zwar Instandhaltungsrückstände haben, „ansonsten in bewohnbarem Zustand“ sind2. Abriss und Neubau scheinen auf unbestimmte Zeit verschoben2. Rechtlich hätte das Bezirksamt ein Werkzeug: das Zweckentfremdungsverbot-Gesetz, das Anordnungen gegen dauerhaften Wohnungsleerstand erlaubt. Es hat es bis heute nicht eingesetzt. Am 11. März 2026 brachte Harald Gindra (DIE LINKE) deshalb den BVV-Antrag 1956/XXI ein: Das Bezirksamt soll den Leerstand im Luckeweg 31, 33, 35 und 37 per Zweckentfremdungs-Anordnung beenden und der BVV bis Mai 2026 berichten5.

Stand Mitte 2026 ist beides offen. Im Beteiligungsportal mein.berlin.de wird der Bebauungsplan 7-94 „Marienfelder Vielfalt“ am 30. Juni 2026 weiterhin als laufendes Vorhaben geführt, bei Zeitplan und Kosten steht „k.A.“6. Ob die BVV den Antrag 1956/XXI beschlossen hat und ob das Bezirksamt den geforderten Bericht vorgelegt hat, ist öffentlich nicht dokumentiert. Zwei Zahlen sollte man dabei auseinanderhalten: Leer stehen die 48 Wohnungen im Bestand, der Bestandsschutz genießt. Die rund 290 Wohnungen sind der Neubau, der seit sechs Jahren im Verfahren hängt. Beides zusammen bedeutet: An diesem Ort entsteht seit 2020 keine einzige neue Wohnung — und bewohnbare alte verfallen.

Wer im Weg steht.

  • Beamten-Wohnungs-Verein zu Köpenick eG (Eigentümerin)Investor
  • Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg (Stadtentwicklungsamt)Behörde

Belege.

Die Ziffern im Text verweisen hierher. Jeder Beleg nennt Akteur, Datum und Art des Vorgangs. Wie belastbar die Belege insgesamt sind, steht unter der Liste — ein Beschluss oder Verwaltungsakt wiegt schwerer als eine Pressemitteilung, diese schwerer als eine Anfrage. Steht ein Parlamentsbeschluss dahinter, ist die Drucksache samt Beschlusslage verlinkt; „Archiv" führt auf eine gespeicherte Fassung der Quelle, falls das Original verschwindet.

  1. 1Mieterinitiative / Fachplanung (minimum structure)2022-02-01fordert Bausonstiges

    Ein 2019 vom Beamten-Wohnungs-Verein zu Köpenick beauftragtes Sanierungsgutachten bezifferte die Kosten auf ca. 1.400 Euro/qm - etwa die Hälfte der Neubaukosten. Eine Alternativplanung würde 48 Bestandswohnungen erhalten und 202 neue ergänzen.

  2. 2Beamten-Wohnungs-Verein zu Köpenick eG (Eigentümerin)2026-03-11fordert Baubvv-antrag

    Laut Antragsbegründung ist die Eigentümerin eine Wohnungsgenossenschaft, die Abriss und Neubau plant; das Vorhaben 'scheint auf unbestimmte Zeit verschoben'. Wohnungen haben Instandhaltungsrückstände, sind aber 'ansonsten in bewohnbarem Zustand'.

  3. 3Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, Stadtentwicklungsamt2022-08-30sonstiges

    Auf die Mündliche Anfrage Nr. 18 von Dr. Christine Scherzinger (DIE LINKE) erklärte das Bezirksamt, es könne keinen konkreten Zeitplan für den vorhabenbezogenen B-Plan 7-94 VE nennen; Gutachten würden noch vom Vorhabenträger erstellt und von der Stadtplanung geprüft.

  4. 4Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, Fachbereich Stadtplanung2020-02-19verwaltungsakt

    Für den B-Plan 7-94 (Hildburghauser Str. 17/19 A-C, Luckeweg 35/43, 38 sowie Teilfläche Luckeweg 31/33) ist als einziger abgeschlossener Beteiligungsschritt die frühzeitige Beteiligung vom 20.01. bis 19.02.2020 dokumentiert - seither keine förmliche öffentliche Auslegung.

  5. 5Harald Gindra (DIE LINKE), Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg2026-03-11bvv-antrag

    Antrag 1956/XXI: Das Bezirksamt soll den Leerstand im Luckeweg 31/33/35/37 durch Anordnungen nach dem Zweckentfremdungsverbot-Gesetz beenden und der BVV bis Mai 2026 berichten. Erhebliche Teile stehen seit Jahren leer, sind aber weiter bewohnbar.

  6. 6Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg / Vorhabenträger2026-06-30sonstiges

    Das Verfahren zum Bebauungsplan 7-94 'Marienfelder Vielfalt' ist im Beteiligungsportal des Landes weiterhin als laufendes Vorhaben geführt (Stand 30.06.2026), ohne Angaben zu Zeitplan oder Kosten ('k.A.').

0 von 6 Belegen sind Beschlüsse oder Verwaltungsakte · 2 Gegenpositionen für den Bau · Stand 2026-08-06

Wo es (nicht) entsteht.